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Das Comeback der Debatte um den Feinstaub

Das Comeback der Debatte um den Feinstaub

Nachdem der Europäische Gerichtshof in Brüssel in Ende Juli einer Klage des Geschäftsführers der bayerischen Grünen, Dieter Janecek, gegen den Freistaat Bayern statt gab, dass die EU-Richtlinien zur Luftqualität auch eingehalten bzw. umgesetzt werden müssen, ist nun davon auszugehen, dass sich auch andere Städte und Kommunen um diesen Punkt kümmern müssen. Im speziellen geht es hier um den Feinstaub – als einer der Hauptverursacher für die Feinstaubbelastung gilt neben der Industrie nach wie vor der Straßenverkehr, denn während des Verbrennungsvorgangs von Dieselkraftstoffen gelangen ultrafeine Rußpartikel in die Luft.

Und gerade diese ultrafeinen Partikel sind es, die von den Schleimhäuten oder auch Nasenhärchen nicht ausgefiltert werden und daher direkt in die Atemwege eindringen können. Dies kann zu verstärkten Allergiesymptomen führen, aber auch zu Asthma, Atemwegsbeschwerden und in schlimmeren Fällen sogar zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder auch Krebs führen. Die von der EU im Jahr 2005 verabschiedete EU-Feinstaubrichtlinie sieht vor, dass der Wert vom Feinstaub über einen Zeitraum von 24 Stunden nicht mehr als 50 µg/m3 Luft betragen darf; ganzjährig darf der gemessene Wert über das Kalenderjahr an höchsten 35 Tagen überschritten werden und im Jahresdurchschnitt darf der Grenzwert 40 µg/m3 Luft nicht überschreiten. Schon im Jahr darauf kam es in hunderten Städten zu zahlreichen Grenzwertüberschreitungen und auch in den Folgejahren dürfte sich dieser Zustand nicht allzu sehr verändert haben.

Zwar gibt es mittlerweile in 13 Städten die so genannten Umweltzonen – hier können in den als Umweltzone ausgewiesenen Gebieten nur die Fahrzeuge passieren, die bestimmte Emmissionsstandards erfüllen, ersichtlich ist dies anhand einer Plakette – eine deutliche Verbesserung der Umweltqualität haben diese Umweltzonen bislang jedoch noch nicht bewirken können. Daher fordert man nun, dem Problem durch den vermehrten Einsatz von schadstoffarmen Fahrzeugen – insbesondere LKWs – zu Leibe zu rücken – notfalls auch per Verordnung. Als effektiv könnten sich hier auch die neuen Dieselrußfilter erweisen, die in der Lage sind, den Rußsausstoß um 99,99 Prozent reduzieren zu können. Führende Automobilhersteller in Ländern wie Frankreich, Italien und Japan setzen diese bei ihren Fahrzeugen bereits seit einiger Zeit serienmäßig ein.

Aber auch in der Industrie gibt es Handlungsbedarf, denn diese produziert immerhin rund 40 Prozent der Hintergrundbelastung durch Feinstaub. Durch die hohen Schornsteine werden die Partikel anders als im Straßenverkehr sehr weiträumig verteilt. In diesem Bereich gibt es nach Angaben des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V) noch nicht einmal den Ansatz eines Lösungsvorschlags seitens der Politik. Dann gibt es auch noch Verursacher des Feinstaubs, die manchmal schlichtweg übersehen werden – so sind die Emissionen im Bereich der Baustellenmaschinen oder auch die Kamine, die mit usnauberen Brennstoffen arbeiten, nicht zu verachten.

Damit es zu einer dauerhaften Reduzierung des Feinstaubgehalts in der Luft kommt, müssen aber statt nur einem oder auch zwei alle Verursacherbereiche angegangen werden. Es ist zwar gut, wenn irgendwo ein Anfang gemacht wird, aber anstatt sich nur auf dieser einen Sache auszuruhen muss sich nach und nach auch um die anderen Bereiche gekümmert werden – und hier ist auch ein überzeugender und zielstrebiger Einsatz der Politik gefragt.