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Mit der Kirche ums Dorf…

Mit der Kirche ums Dorf…

…oder besser gesagt ins nächste Dorf. So geschehen zwischen dem 23. Und dem 31. Oktober im sächsischen Heuersdorf. Doch warum wird eine Kirche umgesetzt? Der Grund sind 52 Millionen Tonnen Braunkohle, welche unter dem Örtchen Heuersdorf lagern. Um an den begehrten Rohstoff zu kommen muss der Ort weichen.

1995 bereits wurde für diese Aktion der Grundstein gelegt. Das Braunkohle Unternehmen MIBRAG unterschrieb den Heuersdorfer Vertrag mit der sächsischen Staatsregierung, welcher die Grundlage für die Umsiedlung bildet. Jedoch haben die Heuersdorfer da auch ein Wörtchen mit zu reden und so haben sie eine Umsetzung des 750 Jahre alten Gotteshauses verlangt.

Die Umsetzung der alten Kirche gestaltete sich als eine logistische und technische Herausforderung. Zahlreiche Straßen wurden weiträumig gesperrt und der Bahnverkehr teilweise umgeleitet. So rollte die alte Dame eingeschlossen in einem Stahlkorsett mit 2 Kilometer pro Stunde ihrem neuen Ziel in Borna entgegen. Kritisch waren beim Transport vor allem die Überfahrten über die beiden Flüsse Pleiße und Wyhra. Für die beiden Überfahrten musste ein tragfähiger Untergrund aus 54.500 Kubikmetern Erdreich geschaffen werden. Desweiteren mussten 10.000 Tonnen Sand-Schotter aufgebracht werden, um Straßenunebenheiten und Bahnübergänge zu präparieren.

Der Transport der Kirche in das 12 Kilometer entfernte Borna hat die MIBRAG etwa 3 Millionen Euro gekostet. Dabei war eine zeit lang noch nicht einmal klar, wo sie überhaupt ihr neues Zuhause finden soll. Denn alle Gemeinden in der näheren Umgebung haben abgewinkt. Eine zweite Kirche ins Dorf holen, wo doch die eigene kaum zu halten ist? Als bester Standort wäre „Neu-Heuersdorf“ gewesen, doch diesen Ort wird es nicht geben. MIBRAG und die Heuersdorfer schieben sich dafür gegenseitig die Schuld zu.

Ein Platz hat sich zum Glück doch noch gefunden: Auf dem Martin-Luther-Platz in Borna. Nicht der ideale Standort, aber der bestmögliche“, sagt Krieger – der Pfarrer von Heuersdorf und 6 anderen Gemeinden – mit einem Schuss Bitterkeit.

Weitere Infos hier zu, auf der MIBRAG Webseite.