Stromanbieter Wechseln leicht gemacht!
Jetzt Stromanbieter kostenlos vergleichen!
Richtwerte:    1800 kWh   3500 kWh   5000 kWh

Hochwasser hausgemacht!?

Hochwasser hausgemacht!?

Die teils dramatische (Hochwasser)Lage in Teilen Süd- und Ostdeutschlands ist in den letzten Tagen allenthalben in den Medien thematisiert worden …
Passau erwarte ein nie dagewesenes Hochwasser, befürchtet  n-tv.de. Hier werde ein Pegelstand von über zwölf Metern nicht mehr ausgeschlossen: „Das letzte Hochwasser dieser Größenordnung wurde dort zuletzt im späten Mittelalter im Jahr 1501 verzeichnet!“
Und auch in Sachsen ist, mal wieder, landunter: „Im Landkreis Leipzig wurden am Montagmorgen Dämme aufgegeben, um sich auf die Rettung von Menschen zu konzentrieren“, berichtet die Sächsische Zeitung. Doch welche Schuld tragen womöglich wir Menschen?
„Altwasserarme schwächen Hochwasser ab“, beschreibt die beliebte Programm Zeitschrift „Funk Uhr“ in ihrer ersten Juni Ausgabe die natürliche Rückhaltefunktion vieler Flüsse am Beispiel der Donau … und tatsächlich sehen auch Bayerns BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein teils hausgemachtes Problem. Denn zum einen würden die heftigen Starkregenfälle der letzten Tage zeigen, dass die von den Klimaforschern vorhergesagten sich häufenden Extremereignisse Realität werden: „Ja, an diesem Hochwasser ist leider vieles hausgemacht“, weist deren umweltpolitischer Sprecher, Dr. Christian Magerl, auf Versäumnisse der Landesregierung hin.
Denn auch im Zuge der ungebremsten Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete sowie Verkehrswege steige die Flächenversiegelung zwangsläufig an. Jährlich werde in Bayern fast die Fläche des Chiemsees verbraucht. „Diese betonierten und asphaltierten Flächen können dann nicht als Regenrückhaltegebiet dienen. Das Wasser muss unmittelbar in die Flüsse geleitet werden und verschärft die Hochwassersituation“, legt Christian Magerl den Finger auf einen wunden Punkt.
Der sieht, neben den Alt- und Seitenarme der Flüsse, auch die Moore als Teil eines ganz natürlichen Hochwasserschutzes. Denn die würden bei Starkregen, gleich riesigen Schwämmen, gewaltige Wassermassen aufnehmen. Es gelte also, diese natürlichen Helfer zu schützen und, so die Ökopartei, durch die Aufweitung der Flüsse und Auen größere Retentionsräume zu schaffen. Viel Arbeit also im Freistaat Bayern, zumal auch die Schutzwaldsanierung im Alpenraum nur schleppend vorankommt: „Gesunde Wälder könnten jedoch große Regenmengen aufnehmen, ehe diese über die Gebirgsbäche in die Flüsse ablaufen!“
Und tatsächlich ist es mehr als ein parteipolitisches Hickhack, wenn menschliche Versäumnisse in Sachen Hochwasserprophylaxe debattiert werden. Denn auch der Naturschutzverband Sachsen sieht zahlreiche hausgemachte Schadenskatastrophen. Denn obwohl die Erfahrung gelehrt habe, dass kein technisches Bauwerk hundertprozentige Sicherheit vor Überflutung geben kann, wurde in den letzten Jahrzehnten in großem Umfang in den Flussauen gebaut: „Trotz der Warnungen durch Wasserwirtschaftsbehörden und Raumordnungsplanung lassen Kommunen immer noch Wohn- und Gewerbegebiete in potenzielle Überflutungsgebiete bauen“, sieht man hier einen großen Leichtsinn und eine gefährliche Praxis. Ja, ein wesentlicher Teil der Milliardenschäden durch die Hochwasser der 90er Jahre sei selbstverschuldet und hausgemacht: „Die Deiche vermitteln eine trügerische Sicherheit und verleiten zum Bauen im gefährdeten Gebiet!“