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Bekommt der Auerhahn im Schwarzwald eine Chance?

Bekommt der Auerhahn im Schwarzwald eine Chance?

Auerhühner würden in etwa so groß wie ein Truthahn: „Damit zählen sie zu den größten einheimischen Vögeln“, weiß bereits das Tierlexikon für Kinder, wo auch das stattliche Gewicht der Tiere, die gut vier bis fünf Kilogramm schwer werden, thematisiert wird …
Laut Wikipedia zählt vor allem die Taiga Nord- und Osteuropas, aber auch die Alpen und Mittelgebirge zum Lebensraum des Auerhuhns. Und in der Tat, „wer im Schwarzwald unterwegs ist, trifft über kurz oder lang auf ihn“, erklärt der NABU Baden Württemberg. Das jedoch bedeutet nicht zwangsläufig, dass es dem Auerhahn hier auch wirklich gut geht. Und so thematisierte ein Beitrag auf SWR, dass den prächtigen Vögeln, wie so vielen anderen Tieren, vor allem auch die zunehmende Zersiedelung unserer Landschaft zu schaffen macht. Denn unberührte Waldstücke, die von keiner Straße durchschnitten werden, finden sich auch in den Schluchten und auf den Höhenlagen des Schwarzwaldes nur noch selten.
Der Lebensraum der Tiere werde immer häufiger von breiten Forststraßen durchkreuzt, zitiert daserste.de den Feldforscher und Biologen Wolfgang Schlund, der mit seinem Team seit Jahren die Lebensraumansprüche des Auerhahns im Nordschwarzwald untersucht. Und die sind nicht ohne: Der Auerhahn beanspruche in der Tat ein großes, zusammenhängendes Revier, das er auch streng verteidigt, bestätigt der NABU. Das sei mit 50 Hektar in etwa so groß wie die Insel Mainau …
Schlechte Aussichten für die stolzen Vögel also, da deren Ansprüche, auch im Schwarzwald, mit gleich mehreren menschlichen Interessen kollidieren. Da ist, laut SWR-Redakteur Axel Wagner, zum einen die Holzwirtschaft, die den Schwarzwald fest im Griff habe. Und die wolle den Rohstoff Holz mitnichten aus den Händen geben: „Einen Nationalpark lehnt man hier ab, auch wenn er nur 0,5 Prozent der Waldfläche von Baden-Württemberg einnehmen würde!“
Doch auch wir Menschen – selbst jene, die als Naturfreunde daher kommen (!) -, könnten den Auerhühnern schaden, verweist daserste.de auf die Abertausende Tagesgäste, die, zumal im Winter, die Pisten und Loipen unsicher machen. Wenn dann noch abseits im Unterholz gestromert und vielleicht gar gesperrte Wege genutzt werden, würden die Tiere aufgescheucht und können, zumal bei bitterer Kälte, rasch zu viel Energie verlieren. Und so stellt auch der NABU Baden Württemberg klar, dass das Überleben des Auerhahns einem Kraftakt gleich kommt und nur dann gelingen kann, wenn viele Parteien an einem Strang ziehen: Wanderer und Sportler, aber auch Jäger und Forstleute. Denn auf sich allein gestellt, kämpfen die Biologen und Naturschützer vergebens: „Besondere Verantwortung für die Erhaltung des Auerhuhns trägt die Forstwirtschaft, denn sie ist es, die durch passende Bewirtschaftungspläne genau diese Auerhuhnwälder schaffen und erhalten kann!“